Mi, 06.03.2024 , 11:55 Uhr

Landkreis Regensburg: Integrationsstelle feiert 15-jähriges Jubiläum

Seit 15 Jahren gibt es im Landkreis Regensburg bereits die Integrationsstelle. Das wurde jetzt gefeiert!

Die Integrationsstelle im Landratsamt kann auf eine 15-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Grund genug über Erreichtes Bilanz zu ziehen, Erfolge zu feiern und sich für die künftige Arbeit inspirieren zu lassen. Zu einer kleinen Feierstunde hatte Landrätin Tanja Schweiger zahlreiche Vertreter aus Politik, ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter von Kooperationspartnern von Behörden, Organisationen und Fachstellen im Landratsamt eingeladen. Sie alle setzen sich für die Integration von Menschen aus den verschiedensten Herkunftsländern ein. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Saxophonistin Carmen Strobel.

 

Integration als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

„Die Hauptaufgabe der Integrationsstelle ist es, neu zugewanderten Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund die Teilhabe an der Gesellschaft zu erleichtern. Sie ist nicht nur Ansprechpartner für Migrantinnen und Migranten, sondern auch für Gemeinden, Kindergärten und Schulen. Projekte und Veranstaltungen zu organisieren oder daran teilzunehmen ist ein wichtiger Bestandteil“, so Landrätin Tanja Schweiger. Ein herzliches Vergelt´s Gott richtete die Landrätin an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Inklusionsteam sowie allen ehrenamtlich Engagierten und Mitstreitern.

 

Ein Miteinander aller Menschen

„In unserer Gesellschaft sollte es keine Differenzierungen bezüglich Inklusion, Integration oder Seniorenpolitik geben, sondern ausschließlich ein Miteinander aller Menschen, Jung und Alt, mit und ohne Handicap, gesund oder krank, mit und ohne Migrationshintergrund“, beschreibt Petra Haslbeck die Ziele der Integrationsarbeit.

 

Migrationsgeschehen hat sich deutlich verändert

Begonnen wurde am Februar 2008, Dank des damaligen Landrates Herbert Mirbeth und Abteilungsleiter des Kreisjugendamtes, Karl Mooser, mit Jelena Siebert und dann 2009 mit Nurcan Gülkan. Siebert und Gülkan waren zuständig für die zwei stärksten ausländischen Bevölkerungsgruppen, zum einen türkischstämmige Einwanderer und russlanddeutschen Aussiedler.

Seit Beginn der Integrationsstelle hat sich das Migrationsgeschehen deutlich verändert und damit auch die Schwerpunkte der Arbeit. Zunächst lag der Fokus auf türkischsprachigen und russischsprachigen Jugendlichen und deren Familien im Landkreis Regensburg. Die Zielsetzung bestand darin, Netzwerke zu knüpfen, sei es an Schulen, Kindergärten, in Vereinen und sonstigen Einrichtungen vor Ort. Es wurden Projekte initiiert in kulturellen, sportlichen und sonstigen gemeindlichen Bereichen, um die Migranten aus ihren Alltagsstrukturen herauszulösen und sie an weniger beachtete Aspekte der Freizeitgestaltung heranzuführen, mit dem Ziel der besseren Einbindung in die Gesellschaft. Die Förderung der Sprache, Bildung und beruflichen wie sozialen Kompetenz und die soziale Einbindung waren ebenso bedeutende Aspekte der vielfältigen Projekte.

Später kamen vermehrt EU-Bürger aus Bulgarien und suchten Rat in der Integrationsstelle mit der Folge, mit Stanislava Binninger eine bulgarischsprachige Mitarbeiterin einzustellen.

2014/2015 kamen sehr viele Geflüchtete aus Syrien: Deshalb wurde eine weitere Stelle in der Integrationsstelle zur Betreuung in den Asylunterkünften nötig.

Der Angriffskrieg von Russland hatte auch Auswirkungen auf die Arbeit in der Integrationsstelle, weil natürlich viele ukrainische Geflüchtete in der Anfangszeit viele Fragen und Unterstützungsbedarf rund um ihr Ankommen und Leben im Landkreis Regensburg hatten. Sei es die Anmeldung der Kinder im Kindergarten oder in der Schule, die Wohnsituation, Fragen rundum Arbeit, Ausländeramt und Hilfebedarf bei diversen Anträgen und Formularen. Auch die Sprachbarriere stellte eine große Hürde dar, sodass eine zusätzliche russischsprachige Mitarbeiterin auf einer Fünf-Stunden-Basis angestellt wurde.

Seit August 2021 ist die Integrationsstelle im Sachgebiet L43 „Hilfen in schwierigen Lebenslagen – Pflegestützpunkt plus“ unter der Leitung von Petra Haslbeck angesiedelt. L 43 ist Anlaufstelle für bedürftige Menschen im Landkreis in unterschiedlichen „Lebenslagen“.

 

Unterstützung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer

Ein Integrationslotse, der zuständig für den Bereich Ehrenamt im Flüchtlingsbereich ist, kümmert sich zusätzlich um die Vernetzung, Koordination und Unterstützung von Ehrenamtlichen im Bereich Asyl und Migration. Er ist Ansprechpartner im Landratsamt für die Ehrenamtlichen, wenn es darum geht, Fragen auf dem kurzen Weg zu klären und in den Helferkreisen vor Ort mit Informationen zu unterstützen. Der Integrationslotse kümmert sich auch darum, neue Ehrenamtliche für diesen Bereich zu gewinnen. Neuerdings ist der Integrationslotse auch für die Vermittlung der Sprachmittler zuständig.

Außerdem wurde ein ehrenamtlicher Sprachmittlerpool aufgebaut. Die große Auswahl an Sprachen aus der ganzen Welt dient zur Unterstützung in verschiedenen Fachbereichen, um die Kommunikation zwischen Kolleginnen und Kollegen sowie Kunden zu erleichtern.

Im Sprachmittlerpool sind aktuell über 70 ehrenamtliche Sprachmittler für über 26 Sprachen tätig. Die Sprachmittler der Integrationsstelle werden in den Ämtern, im Landratsamt und in den Schulen und Kindertageseinrichtungen im Landkreis Regensburg eingesetzt. Sie können nur von den Kolleginnen und Kollegen im Amt und den Erzieherinnen und Erziehern in den Kindertageseinrichtungen für ihre Gespräche mit den Kunden beziehungsweise den Eltern gebucht werden.

Auch wurden zahlreiche Projekte beispielsweise zu den Themen Kinderrechte und gesunde Brotzeit in den Kindergärten mit Unterstützung der Sprachmittler durchgeführt. Auch bei Gesprächen mit Erzieherinnen und Erziehern unterstützen sie tatkräftig.

 

Helferkreise unterstützen vor Ort

Aktuell bestehen Helferkreise in Bernhardswald, Lappersdorf, Sinzing, Deuerling, Donaustauf und Regenstauf. Treffen mit dem Ziel sich auszutauschen und über Probleme und Lösungen zu diskutieren, finden regelmäßig statt. Es werden auch Ausflüge, internationales Kochen sowie Feste organisiert, bei denen Geflüchtete die Möglichkeit haben, mit Einheimischen in Kontakt zu treten.

 

 

Landkreis Regensburg / MB

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